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Autor: Morawietz, Holger.

Titel: Schüler schreiben fürs Internet. Online-Aufsätze und Virtuelle Klassenzimmer als Motivationshilfen.

Quelle: Realschule in Deutschland, H. 5 (1999). Pfaffenhofen 1999. S. 18-21.

Verlag: Druckerei Humbach & Nemazal GmbH.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.



Holger Morawietz

Schüler schreiben fürs Internet

Online-Aufsätze und Virtuelle Klassenzimmer als Motivationshilfen

Wie fördert man Qualität und Motivation beim Texteschreiben?“ Vor diesem Problem stehen fast alle Lehrerinnen und Lehrer in den meisten Schulfächern. Erste Problemlösungen bietet das reformpädagogische Prinzip der größtmöglichen Freiheit beim Schreiben von Texten. Das Drucken mit der Schuldruckerei erhöht die Wichtigkeit der Informationen. Seit einigen Jahren führt das Schreiben von Texten mit Computern zu besseren Produkten. Die folgenden Vorschläge und Beispiele zeigen, wie das Internet durch weltweit veröffentlichte Aufsätze und durch Kooperation von Schulen aus mehreren Staaten und Kontinenten in Virtuellen Klassenzimmern das Texteschreiben erheblich verbessern können.

1. Freie Texte am Computer

Im Rahmen des Offenen Unterrichts wurde ausgehend von der Grundschule das reformpädagogische Prinzip des freien Schreibens von freien Texten auch in den weiterführenden Schulen immer häufiger verwirklicht. Fast alle Schülerinnen und Schüler produzieren qualitativ und quantitativ bessere Texte, wenn sie selbst bestimmen können, was sie wann und wo und wie und in welcher Sprache schreiben.

Von grundsätzlicher Bedeutung für das Schreiben ist die freie Themenwahl, die nur durch Gesetze und Lehrpläne nach Rücksprache mit den Lehrerinnen und Lehrern eingeschränkt ist. Zu den fördernden Bedingungen gehört ganz entscheidend die eigene Festlegung der Zeit und des Ortes für das Schreiben zu Hause oder in der Schule in Phasen der Freiarbeit, Planarbeit oder Projektarbeit. Abgesehen vom Fremdsprachenunterricht werden die Texte in deutscher Sprache verfaßt. Beim handschriftlichen Notieren sind die traditionellen Schreibwerkzeuge (Papier und Stift) fast jederzeit und überall verfügbar.

Auch wenn man die handgeschriebenen Texte nicht klassenintern veröffentlicht, sondern nur in den Schülerordnern sammelt, werden schon allein durch das Prinzip des freien Schreibens in der Regel gehaltvollere und längere Texte in allen Schulstufen produziert.

Der französische Reformpädagoge Célestin Freinet führte die Schuldruckerei ein und verdeutlichte damit die Wichtigkeit der gedruckten Texte. Neben Wandzeitungen erzeugt das Verteilen je eines Abdrucks an jedes Klassenmitglied und damit das klasseninterne Veröffentlichen eine erhebliche Motivationssteigerung für das Schreiben freier Texte.

Neben der durchaus heute noch lohnenswerten Benutzung einer Schuldruckerei verbreitet sich die Verwendung von Computern mit Textverarbeitungsprogrammen auch in den Schulen immer stärker. Durch die Möglichkeiten des ,kinderleichten‘ Korrigierens von Sätzen und das Kopieren von Textteilen ist das Schreiben komfortabler und effektiver geworden.

Grafische Gestaltungsmöglichkeiten führen zu sauberen Schriftbildern und optisch ansprechenden Texten, wobei das Layout der Texte nicht den Vorrang der inhaltlichen Qualität verdrängen sollte. Insgesamt führt der Computereinsatz bei fast allen Lernenden und vor allem bei Jungen mit Rechtschreibschwächen zu qualitativ und quantitativ positiveren Schreibprodukten.

Die immer häufigere klasseninterne Veröffentlichung der Computertexte durch Kopieren aller Schülertexte und Zusammenfügen zu einem ,Buch‘ für alle Klassenmitglieder steigert nicht nur die Textqualität, sondern in der Regel auch die Schreibmotivation.

Die schulinterne Veröffentlichung durch eine Wandzeitung oder eine gedruckte Schülerzeitung kann weitere Schülerinnen und Schüler motivieren, obwohl Themenvorgaben und das Ablehnen von eingereichten Artikeln die freie Themenwahl einschränken.

Allerdings können Klassenkorrespondenzen mit deutschen oder ausländischen Schulklassen (ebenfalls nach dem Vorbild von Freinet) die Schreibmotivationen erheblich steigern, weil lebensbezogene Verwertungsmöglichkeiten vorliegen. Das Internet hat auf die meisten Schülerinnen und Schüler eine faszinierende Wirkung und eröffnet neue Wege, denn z. B. E-Mail-Korrespondenzen können den Informationsaustausch wesentlich beschleunigen und erweitern.

2. Online-Aufsätze

Das Schreiben von Artikeln für das World Wide Web (WWW) verwirklicht folgende Ziele (vgl. Meyer 1997):

Die Erstellung von Online-Artikeln wirft viele Probleme auf

Technikprobleme: Die wichtigsten Voraussetzungen sind selbstverständlich die funktionierenden Internetzugänge in erforderlicher Anzahl sowie das technische Grundwissen, das ein betreuender Lehrer als Webmaster einbringt. Als Experten leisten spezialisierte Schüler und deren Eltern oft wertvolle Unterstützungen oder fungieren als Tutoren.

Arbeitsprobleme: Folgende drei Hauptaktivitäten lassen sich unterscheiden.

Einerseits können alle drei Aktivitäten durch Arbeitsteilung an verschiedene Spezialisten aufgeteilt werden, und andererseits können Schüler alle drei Aktivitäten in vollständiger Selbstverantwortung nacheinander ausführen. Auch Mischformen mit der Verknüpfung von zwei Aktivitäten sind sinnvoll. Falls jeder Schüler alle Arbeitsschritte selbst durchführen soll, müssen vor der. eigentlichen Erstellung der Artikel die technischen Arbeitsschritte zur Umsetzung ins WWW separat eingeübt werden, um den inhaltsbezogenen Arbeitsablauf nicht zu stören:

Organisationsprobleme: Grob unterscheiden lassen sich Projekte mit spezieller Themenstellung für einzelne Tage oder eine Woche und Arbeitsgemeinschaften mit längerer Dauer zum Erwerb fundierterer Kenntnisse. Neben halbjährigen Arbeitsgemeinschaften (als Wahlpflicht-AGs) ist oft auch nur eine vorübergehende Mitgliedschaft (in freiwilligen AGs) möglich. In allen Fällen sollten möglichst viele Jahrgangsstufen beteiligt werden, weil das Internet-Wissen meistens unabhängig vom Alter der Schüler ist. Angesprochen fühlen sich in der Mehrzahl die Jungen, die sich vorrangig für die Technik und ihre Probleme interessieren. Um auch die technisch weniger Interessierten und vor allem die Mädchen anzusprechen, sollte die Themenwahl möglichst freigestellt werden und sich auf aktuelle und lebensbezogene Bereiche konzentrieren. Gelegentlich ist es auch sinnvoll, gesamte Schulklassen für eine Online-Darstellung ihrer Projektergebnisse einzubeziehen.

Gruppengrößen: Zur effektiven Arbeit sollte ein Redaktionsteam nicht zu groß sein und zwischen 10 und 20 Schüler umfassen. Besondere Aufgaben, wie z. B. die technische WWW-Umsetzung, erfolgt am besten in Kleingruppen von 2 bis 3 Schülern. In Extremfällen können auch fortgeschrittene Einzelschüler wichtige Spezialaufgaben übernehmen.

Zeitprobleme: Die zur Erstellung von Online-Artikeln erforderliche Zeit wird meistens stark unterschätzt. Selbst wenn die Texte, Bilder und das Layout fertiggestellt sind und sich für traditionelle Schülerzeitungen fotokopieren ließen, erfordert die Umsetzung für das WWW und die Konstruktion von Links besonders in der Anfangsphase oft noch einmal die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit.

Adressatenprobleme: Obwohl der .potentielle Leserkreis einer WWW-Präsentation theoretisch Millionen von Lesern umfaßt, ist die faktische Anzahl der Leser wesentlich kleiner und wird oft durch einen eingebauten ,Counter‘ gezählt. Weil man (im Gegensatz zur Korrespondenz mit einer Partnerschule) die wirklichen Adressaten nicht kennt, müssen die Artikel allgemein verständlich sein und möglichst auch noch als englische Version angeboten werden. Eingebaute E-Mail-Formulare und Gästebücher sammeln die Anregungen zur Verbesserung der Präsentation.

Online-Aufsätze können geschrieben werden im Rahmen von Schüler-Homepages, Schul-Homepages, Online-Schülerzeitungen, Online-Materialien, Online-Korrespondenzen und durch Schulkooperationen in Virtuellen Klassenzimmern.

3. Schüler-Homepages

Homepages von Schülern sind Selbstdarstellungen unter einer eigenen Adresse im WWW. Immer mehr Schulen im Netz gehen dazu über, interessierten Schülerinnen und Schülern in einer speziellen Rubrik der Schule einen Platz für eigene Homepages einzuräumen oder entsprechende Links zu integrieren.

Die Freiheiten der Schülerinnen und Schüler werden vorrangig durch Gesetze und Lehrpläne eingeschränkt, denn sie werden von betreuenden Lehrern lediglich beraten und haben für die Gestaltung ihrer Homepage große Freiräume und Mitverantwortung auch durch ihre Namensangabe. Viele Schüler-Homepages werden im Rahmen von Projekttagen in einer Internet-Gruppe erstellt. Qualität und Quantität von Schüler-Homepages sind sehr unterschiedlich und konzentrieren sich bislang selten auf den Text, sondern vor allem auf die technischen Möglichkeiten der Bildverarbeitung, optischen Präsentation und Einfügung von Links zu persönlichen Interessengebieten im WWW. Gelegentlich kommen bewegte Grafiken und Sound-Einbindungen hinzu.

Einen illustrativen Überblick bieten die Schüler-Homepages aus der Städtischen Realschule Grevenbroich, die eine eigene E-Mail-Adresse umfassen und nicht nur die Person, sondern vor allem das persönliche Hobby, wie z. B. Pool-Billard oder Motorräder, vorstellen (http://www.realschule.com/top-secret/sweb.htm).

4. Schul-Homepages

Schul-Homepages sind weltweite ,Visitenkarten‘ der Schule im WWW. Wenn eine Schule einen Internet-Anschluß bekommt, entsteht fast immer eine Internet-AG mit dem Ziel der Erstellung einer eigenen Homepage. Der Ausbau und die Aktualisierung der Schul-Homepage gehört zu den Hauptzielen der schulischen Internet-Aktivitäten. Organisatorisch haben fast alle Internet-AGs zu Beginn relativ viele Mitglieder aus fast allen Jahrgängen. Meistens sind nur ganz wenige Mädchen beteiligt, und die Jungen interessieren sich vorrangig für die technischen Aspekte. Auch wenn die betreuenden Lehrer sehr kompetent und aktiv sind, verläßt nicht selten etwa die Hälfte der Beteiligten schon nach kurzer Zeit die Internet-AG. Daher nehmen viele Internet-AGs neue Mitglieder auch später und auch für begrenzte Zeiträume auf. Die ersten Internet-Schulen hatten relativ einfache Homepages mit vielen Texten und wenigen Grafiken und Bildern. In der Zwischenzeit haben sich die meisten Schul-Homepages gewandelt. Mindestens ein eingescanntes Bild der Schule gehört heute zum Standard. Hinzu kommen bewegte Kleingrafiken (oft bei der E-Mail-Adresse) und gelegentliche Sound-Effekte.

Zu den zentralen Bestandteilen einer Schul-Homepage gehören Links zu folgenden Rubriken: Schule, Lehrer, Schüler, Schulfächer, Aktivitäten, Projekte, Internet-AG, Termine, Aktuelles, Schulgeschichte, Förderverein, Partnerschulen, Anschrift, E-Mail und Gästebuch. Einen virtuellen Rundgang durch die Schule mit ihren wichtigsten Räumen bietet z.B. die Volksschule Nabburg
(http://www.sad-online.de/users/vsnabburg/htm/schule/bilder.htm). Die derzeit weit über 3000 deutschsprachigen Schul-Homepages sind fast alle in den gut sortierten Listen des Schul-Webs (http://www.schulweb.de/) der Humboldt-Universität zu Berlin zusammengefaßt. Ein komfortables Suchsystem ermöglicht die Suche bezogen auf Bundesland und Schultyp oder bezogen auf den Namen der Schule oder der Stadt. Die Statistik der Internet-Schulen (http://www.schulweb.de/statistik.phtml) wird werktäglich aktualisiert und zeigt, daß in Deutschland am meisten Gymnasien, knapp halb soviel Berufsschulen und etwa ein Viertel soviel Realschulen eine eigene Schul-Homepage besitzen.

Online-Wettbewerbe mit vielen Sach- und Geldpreisen sind für viele Internet-AGs ein wichtiger Ansporn, ihre Schul-Homepage inhaltlich zu aktualisieren und technisch weiterzuentwickeln. Ein wichtiges Beispiel für einen viel beachteten Internet-Wettbewerb für die beste Schul-Homepage und die beste Online-Schülerzeitung ist der Online Schul-Award 1997/98 des Klett-Verlags und der Computerzeitschrift CHIP (http://www.chip.de/News/onlaward.html). Die Sieger gewannen einen eigenen Domainnamen, einen kostenlosen Internet-Zugang sowie Hard- und Software im Gesamtwert von 15 000 DM. Die drei ersten Preise in beiden Kategorien gingen an Gymnasien, aber bei den acht Sonderpreisen für außergewöhnhche inhaltliche Angebote und bemerkenswerte Gestaltung waren auch zwei Realschulen und eine Volksschule. Lesenswert ist z.B. der Bericht der Städtischen Realschule Grevenbroich über die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Homepage „Wie wir ins Internet kamen...“ (http://www.realschule.com/schule/internet.htm).

5. Online-Schülerzeitungen

Schülerzeitungen im Internet verbinden die Idee der fotokopierten oder gedruckten Schülerzeitung mit den technischen Möglichkeiten des WWW. Während die Schul-Homepage sich auf die grundsätzlichen und überdauernden Aspekte der Schuldarstellung konzentriert, bezieht sich die Online-Schülerzeitung auf aktuelle Themen der Jugendlichen, z. B. aktuelle Kinofilme, Hitlisten, Schlagerstars, aber auch Informationen aus der Schule und der Stadt, gelegentlich auch politische Themen aus dem Wahlkampf Die Rubriken heißen z. B. Computer & Internet, Hobby, Movie, Creativ, Fun, Report, Music, Links. Neben dem Inhaltsverzeichnis gibt es das Impressum sowie fast immer ein Gästebuch und die E-Mail-Adressen der Redaktionsmitglieder.

Die Titel der Online-Schülerzeitungen sind meistens witzig oder provozierend. Die fast vollständige Übersicht über die derzeit mehr als 700 deutschsprachigen Schülerzeitungen im Internet bietet das Schul-Web (http://www.schulweb.de/zeitungen.html). Über entsprechende grafische Links neben den Schulnamen wird man direkt zu den Schülerzeitungen geführt. Die meisten Online-Schülerzeitungen stammen aus Gymnasien, vor allem weil die Gymnasien zahlenmäßig den größten Anteil von Internet-Schulen haben und weil natürlich auch die Oberstufenschüler verstärkt mitwirken. Im Rahmen einer Arbeitsteilung werden in der Regel auch hand- oder computergeschriebene Manuskripte von Schülerinnen und Schülern, die nicht dem Redaktionsteam der Online-Schülerzeitung angehören, aufgenommen und für das WWW weiterverarbeitet.

So hat z. B. die Realschule „August-Bebel-Schule“ aus Boizenburg/Elbe für alle Mitschüler aus anderen Kursen ein „Merkblatt zur Erstellung eines Artikels für die Internet-Schülerzeitung“ (http://home.t-online.de/home/RalfUwe.Dietrich/rud_pa05.htm) im WWW veröffentlicht. Der Online-Wettbewerb WEBMAG der Zeitschrift STERN bietet noch bis zum September 1998 die Gelegenheit, nach und nach insgesamt drei Ausgaben von 160 aktuellen, grafisch meist hervorragend aufgemachten Online-Schülerzeitungen anzuschauen und durch Punktevergaben zu bewerten (http://morgen.stern.de/san/).

6. Online-Materialien

Neben Homepages und Schülerzeitungen bieten immer mehr Internet-Schulen ihre Ergebnisse aus Projekten und Arbeitsgemeinschaften als Online-Materialien zur freien Weiterverwendung an. Wenn den Schülern schon während der Unterrichtsarbeit bekannt ist, daß die Resultate im Internet veröffentlicht werden sollen, entsteht in der Regel ein erheblicher Motivationsschub und eine bemerkenswerte Qualitätssteigerung. Ganz wichtig ist dabei die Veröffentlichung der Namen und wenn möglich auch der Fotos der Projektmitglieder.

Das Schul-Web bietet im Zusammenhang mit der Liste der Internet-Schulen die wohl umfassendste Liste mit Online-Materialien für deutschsprachige Schulen: Am einfachsten können die Materialangebote durch eine Stichwortsuche oder einen interaktiven Stundenplan für alle Schulfächer (http://www.schulweb.de/material.html) durchsucht werden. Falls bekannt ist, welche Schule ein bestimmtes Material anbietet, kann man auch über den Schulnamen und entsprechende grafische Links zu den Online-Materialien gelangen.

Äußerst gelungene Materialien im Internet entstehen auch im Rahmen von einschlägigen Online-Wettbewerben, wie die Produkte der Preisträger des NRW-Förderpreises Unterricht online 98 (http://www.cornelsen.de/Listepreis.htm) zeigen.

Zur Motivationsförderung und Qualitätssteigerung werden Unterrichtsprojekte mit Unterstützung des Internets auch von gesamten Schulklassen durchgeführt. Nach der Materialsammlung vorrangig im WWW lassen sich die Texte mit einem HTML-Editor transformieren, die wichtigsten Farbgrafiken einscannen und damit die Projektmaterialien im Internet zur Verfügung stellen. Ein illustratives Beispiel ist das ausführlich kommentierte Projekt „Bilanzanalyse ausgewählter Unternehmen“ der gesamten Klasse 11 G 1 der Kaufmännischen Schule I in Essen (http://www.k.shuttle./e/ks1essen/Rahmen.htm).

7. Online-Korrespondenzen

Immer mehr Schulen vorrangig aus dem Sekundarbereich knüpfen Kontakte zu Partnerschulen im Ausland. In Europa ergeben sich dabei über Briefkontakte meistens wechselseitige Besuche von Schulklassen. Homepages und Online-Schülerzeitungen können das wechselseitige Kennenlernen vorbereiten und festigen. Nach der Devise „Freinet hätte E-Mails verschickt“ lassen sich durch E-Mail-Korrespondenzen viele authentische Kommunikationsprozesse herstellen sowie organisatorische Absprachen für die wechselseitigen Besuche treffen (Donath 1996).

Im Laufe der weiteren Arbeit können sich die beteiligten Schulklassen in Minutenschnelle nicht nur Nachrichten übermitteln, sondern durch angehängte Zusätze (Attachments) sich wechselseitig auch Texte, Bilder und Sound-Dateien zuschicken.

In Europa fördern verschiedene Träger zahlreiche Bildungsprojekte finanziell und bieten organisatorische Hilfen zur Partnerfindung.

Das europäische Comenius-Programm wird in Deutschland von der Kultusministerkonferenz getragen und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Kooperation zwischen Schulen und zum Schüleraustausch in Europa (http://www.san-ev.de/europa/comenius/). Zur Vorbereitung und Begleitung dieser Austauschprogramme werden im Rahmen der Initiative ,Schule auf dem Weg nach Europa' im Internet viele Europäische Bildungsprojekte (EBP) ins Leben gerufen (http://www.learnline.nrw.de/Themen/EuroSchulen/index.htm).

So hat sich z.B. die Realschule Wiblingen in Ulm
(http://www.uni-ulm.de/schulen/rs/rsw/rsw.htm) im Rahmen des Comenius-Programms zusammengeschlossen mit den drei Partnerschulen ,Claremont Fan Court School‘ in Esher (England), ,GTMS (Ganztagsmittelschule)' in Wien (Österreich) und ,Instituto Tecnico Statale‘ in Torino (Italien). Allerdings kann das Internet die wirklichen Besuche der Schülerinnen und Schüler keinesfalls ersetzen.

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